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Weihnachten das Fest der Liebe, das Fest der Familie

Ich habe schon lange keine Familie mehr und ich habe auch nie wirklich eine gehabt. Was versteht man unter Familie? Eine perfekte Konstellation von Mutter, Vater und Kind. Leider ist das in der heutigen Gesellschaft mehr als nur eine Illusion sondern schon fast eine Seltenheit. Die Menschen sind in den letzten Jahren oberflächlicher und rastloser geworden. So auch meine Mutter. Die Frage was wir zu Weihnachten machen und wie wir feiern, hätte ich mir sparen können. Ich habe meinem Stiefvater zur Liebe gefragt und habe es im selben Moment bereut. Ich frage mich wie eine Mutter ihrem Kind gegenüber so kalt sein kann? Ich kann es nicht nachvollziehen, aber es tut einfach nur weh zu spüren, wie lieblos sie zu mir ist und von niederer Bedeutung ich für sie bin.

Ich werde dieses Jahr Weihnachten in der Klinik verbringen. Ich könnte sagen es ist mir egal, aber wenn ich das sagen würde, würde ich mich selbst belügen und davon mal abgesehen, es würde mir niemand abkaufen. Für die meisten Menschen bedeutet Weihnachten eine besinnliche Zeit, mit vielen Sinneseindrücken, mit Kerzenschein und Tannenduft, für mich ist Weihnachten Jahr für Jahr die Hölle. Da ist nichts von Besinnlichkeit. Kein schönes Familienfest. Es ist nur eine Qual und ein aufgezwungenes hin und her Geschenke und später verschwindet jeder in sein eigenes Zimmer und ist froh, dass Weihnachten für das Jahr wieder vorbei ist.

Es ist mir nicht egal dass ich Weihnachten dieses Jahr in der Klinik verbringen werde. Aber meiner Familie ist es egal und das zu erkennen, trocken, krass und nüchtern wie die Wahrheit nun einmal ist, es ist nicht leicht zu ertragen. Es tut weh. Ich fühle mich wie ein sinnlos treibendes Boot im Meer. Ich fühle mich nicht wahrgenommen von meiner Familie, ich fühle mich nicht ernst genommen und ich fühle mich schon gar nicht geliebt. Ich habe mein ganzes Leben lang versucht es meiner Familie recht zu machen um von Ihnen gesehen zu werden, aber niemand hat mich gesehen und sie werden mich auch in Zukunft nicht sehen, mit allen Facetten die ich habe, auch wenn ich mich noch so anstrenge. Das ist traurig und leider die schmerzhafte Realität.

Ich habe viel versucht, ich habe geredet, ich habe mich gegenüber meiner Familie geöffnet auch was meine Krankheit angeht, ich bin für mein junges erwachsenen Leben verdammt selbstständig, aber ich werde für meine Familie nie das sein, was sie wollen dass ich es bin. Und ich will nicht sein, was sie wollen dass ich es bin. Ich will endlich mein Leben leben ohne darüber nachzudenken was denkt meine Mutter darüber wenn ich dies oder jenes tue. Ich bin erwachsen, ich muss mich nicht mehr für jede Kleinigkeit rechtfertigen oder um Erlaubnis bitten. Ich muss lernen mich von meiner Familie abzugrenzen, denn eine Familie kann man sich nicht aussuchen, aber seine Freunde und seine Seelenverwandten, die kann man sich aussuchen. Die letzten zwei Monate hätte ich mit Sicherheit nicht überstanden ohne meine Freunde und meine Seelenverwandten, die mich immer wieder sanft aufgefangen und getröstet haben und mir das Taschentuch gereicht haben.

Nein das wird kein schönes Weihnachten für mich, erst recht nicht nachdem mir gezeigt wurde wie unerwünscht ich bei meiner biologischen Familie bin. Für mich wird es ein hartes Weihnachten, ein schmerzhaftes Weihnachten und ein trauriges Weihnachten, denn ich nehme Abschied von dieser Familie.

Es war ein hartes Jahr für mich, ich habe viel durchgemacht, aber ich bin daran auch gewachsen und ich habe einiges an negativen Mustern in meinem Verhalten und auch in meiner Familie erkennen gelernt. Aber vom Erkennen bis hin zu Verkraften und damit Abschließen ist es ein weiter Weg, ich werde mich sehr wahrscheinlich noch das ein oder andere mal dabei auf die Nase legen. Aber das gehört dazu es ist menschlich und ich durch jedes weitere Mal, dass ich falle lerne ich dazu. Ich lerne zu leben. Ich lerne mein Leben zu leben.

Ein vielleicht kann ich eines Tages auch ein besinnliches, liebevolles und wunderbares Weihnachtsfest mit meiner Familie genießen. In einer Familie in der ich erwünscht bin, in der ich gesehen werde als Mensch mit all seinen Facetten.

7.12.09 20:33
 


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