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Kapitel I


Wie alles begann......

Ich wuchs als Kind einer sehr komplizierten Familie auf, in der es keine Gespräche über Probleme oder schlechte Gefühle gab. Viel mehr wurde manipuliert, intrigiert und sich gegenseitig fertig gemacht und das in der eigenen Familie. Ich war ein Einzelkind und wuchs nur bis zu meinem zweiten Lebensjahr mit meiner Mutter und meinem Vater auf. Als Vater kann ich diesen Mann jedoch nicht wirklich bezeichnen, denn ich habe kaum Erinnerungen an ihn und die die ich habe sind alles andere als positiv. Mein Vater trank und schlug meine Mutter, das alles begann schon während meine Mutter mit mir schwanger war. Ich habe nur sehr lückenhafte Erinnerungen an diese Zeit, aber so manche Nacht habe ich immer mehr Erinnerungen wieder bekommen, durch meine Albträume. Es war nicht immer leicht differenzieren zu können, was davon nun Realität war und wirklich geschah und was ich einfach nur träumte und vermischte mit anderen Dingen.

An eine Szene allerdings erinnere ich mich sehr klar, auch wenn ich noch sehr klein war. Es war ein Winterabend und mein Vater kam wieder einmal sturz betrunken nach hause. Ich hörte meine Mutter ihn anschreien, dass er mit der Sauferei alles nur kaputt mache. Ich hörte wie er sie schlug, wenig später kam er auch in mein Zimmer und schlug auch mich.

Am nächsten Morgen packte meine Mutter alle Sachen für mich zusammen und brachte mich zu meiner Oma. Sie wollte mich schützen und wollte nicht mehr mit einem alkoholsüchtigen und gewaltätigen Mann zusammen leben, der sie im betrunkenen Zustand halb tot schlug. Sie reichte wenig später die Scheidung ein und setzte meinen Erzeuger vor die Tür. Es dauerte bis die Scheidung durch war, ich weiß aus dieser Zeit nur noch dass er oft Telefontterror bei uns zu hause machte und meine Mutter regelmäßig bedrohte. Deshalb blieb ich die erste Zeit bei meiner Oma, weil meine Mutter wusste ich würde dort sicher sein vor ihm. Ihre beiden Brüder wohnten zu der Zeit auch noch bei meiner Oma und da hätte er niemals eine Chance gehabt mir auch nur Nahe zu kommen.

Das sind die wenigen Erinnerungen, die ich aus den frühen Jahren meiner Kindheit habe, die ersten wirklich bewussten Erinnerungen hab dann ab meinem späten Kindergartenalter.

Ich war ein sehr lebhaftes Kind, ich konnte schon sehr früh laufen und sprechen. Und meine Familie hatte alle Hände voll zu tun damit alle Schränke, die ich während einer Erkundungsphase ausräumte, auch wieder einzuräumen. Als ich in den Kindergarten kam waren alle die mich sonst den ganzen Tag betreuten froh, weil ich so endlich auch mal andere Kinder um mich herum hatte. Für mich war der Kindergarten allerdings die erste bewusste Erfahrung als Kind zu bemerken, dass man anders ist als alle anderen. Ich fühlte mich glücklich, weil ich andere Kinder kennen lernte, dies war aber nur in der ersten Zeit so. Ich fand keinen guten Anschluss und hatte schon früh das Gefühl einfach nicht dazu zu gehören und der größte Störfaktor in einem Haufen Kinder zu sein.Ich war schon in dieser Zeit sehr oft traurig, aber so richtig verstanden habe ich das zu dem Zeitpunkt nicht. Ich fühlte mich einfach nicht gewollt und das war zu dem Zeitpunkt ein Gefühl mit dem ich nichts anfangen konnte, weil ich es nicht verstehen konnte.

Ich wurde 6 Jahre alt und musste zur Vorschuluntersuchung, ich langweilte mich mehr und mehr im Kindergarten und meine Mutter bestand darauf, dass ich mit 6 eingeschult wurde, auch wenn ich erst kurz vor Schulbeginn 6 Jahre alt wurde. Die Schule war für mich zu Anfang die Hölle nicht wegen der anderen Kinder, sondern weil ich nicht still sitzen konnte und dadurch in meinem Freiheitsdrang ziemlich eingeschränkt war, zumindestens empfand ich es zu der Zeit so.

Da meine Mutter wieder begann Vollzeit zu arbeiten musste ich nachmittags immer zu einer Tagesmutter. Ich verstand dass es nicht anders ging, weil meine Mutter mich und sie versorgen wollte und es ihr damit auch nicht gut ging. Aber ich glaube sie wusste nicht in welchem Maß ich damals darunter gelitten habe. Ich glaube auch das weiß sie bis heute nicht, weil ich über diese Zeit kaum gesprochen habe, ich habe sehr viel gemalt in dieser Zeit, viele dunkle Bilder und flüchtete mich damit in meine ganz eigene Welt. In der Familie meiner Pflegemutter kam ich mir von Anfang an vor wie das berühmte fünfte Rad am Wagen. Ich fühlte mich lästig und hatte auch oft Probleme damit meine Hausaufgaben zu erledigen, das hatte nichts damit zu tun, dass ich es nicht konnte, aber die fand ich schon damals total unnötig. Deshalb hatte ich auch zu der Zeit sehr oft Streit mit meiner Pflegemutter, sie behandelte mich meistens wie das letzte Stück Dreck und es war meine Art mich zu wehren. Ich ging einfach raus auf den Spielplatz, egal ob es regnete, stürmte oder schneite, ich war fast immer draußen auf dem Spielplatz oder im Wald. Wenn ich dann irgendwann abends nach Hause kam, durfte ich mir erst mal eine Predigt anhören, weil ich mal wieder dermaßen dreckig war, aber man könnte auch sagen ich hab nun mal schon immer gerne im Dreck gewühlt.

Es kam zu einem heftigen Streit von meiner Mutter mit meiner Pflegemutter und es wurde eine neue Pflegemutter für mich gesucht und ich dachte schon der Albtraum wäre zu Ende, aber nein die Frau suchte eine neue noch schlimmere Pflegemutter für mich.

Die neue Pflegemutter hatte zu dem noch zwei eigene Kinder und das ältere von ihnen war auch ein Mädchen 3 Jahre jünger als ich und sie war eifersüchtig auf mich. Sie machte mir das Leben zur Hölle, sie kratze mir die Arme blutig und schrie wie am Spieß und erzählte ihrer Mutter Lügen und Schandtaten, was ich ihr angeblich alles angetan hatte. Zu dieser Zeit litt ich wirklich wie noch nie, ich fühlte mich auch so schlecht wie noch nie, aber das zeigte ich nicht nach außen hin. Ich hatte Angst meine Mutter zu enttäuschen und ich hatte Angst, dass sie die Lügengeschichten der Tochter meiner Pflegemutter glauben würde. Jeden Abend verkoch ich mich in mein Zimmer und wenn alles still war in der Wohnung, weinte ich auch manchmal vor dem Einschlafen, weil ich wusste am nächsten Tag würde es wieder so wie immer sein.

Es kam der Tag an dem ich es nicht mehr aushalten konnte und ich weinte als meine Mutter mich abholte und wir im Auto saßen. Ich sagte ihr dass ich nicht mehr zu dieser Pflegemutter wollte, ich wollte nach der Schule alleine nach Hause fahren und meine Hausaufgaben machen. Es war mir egal, dass ich für Stunden allein war und auch meine Hausaufgaben alleine machen musste, alles war besser als sich weiter die Arme blutig kratzen lassen. Meine Mutter hatte Angst dass ich das nicht schaffen würde und deshalb ging sie mit mir zu einer Kinderpsychologin um festzustellen ob ich wirklich schon so weit war einen eigenen Schlüssel zu bekommen und alleine zu sein zu dieser zeit war ich gerade 8 Jahre alt geworden. Die Kinderpsychologin befragte mich sehr genau, warum ich nicht mehr zu meiner Pflegemutter wollte und machte mir auch einige Spiele in denen ich Figuren aufstellen musste und mir eine Geschichte zu den einzelnen Figuren ausdenken musste. Ich hatte Spaß daran und verpackte die wichtigsten Informationen mit in die Geschichten, weil ich Angst hatte das alles auszusprechen, was ich bei meiner Pflegemutter erlebt hatte. Ich lachte viel und brachte die Kinderpsychologin dazu meiner Mutter zu sagen, dass ich alleine nach Hause gehen könne mittags nach der Schule. Ich war so froh dass ich dort nicht mehr hin musste und für mich begann ein neuer Abschnitt.

Ich lernte endlich Kinder kennen, die in meiner Nachbarschaft wohnten und war ständig draußen unterwegs, ich bekam auch mit meiner Mutter deshalb noch mal mächtig Ärger, da ich die Hausaufgaben immer noch so unnötig fand wie vorher auch schon. In dieser Zeit lernte ich auch meinen besten Freund Julius kennen. Er war gerade erst in die Nachbarschaft gezogen mit seiner Familie und wir klebten dauernd zusammen wie siamesische Zwillinge. Wir hatten immer viel Spaß zusammen und auch ganz viele Dummheiten im Kopf, deshalb hatte ich zu der Zeit auch dauernd Hausarrest oder Fernsehverbot, aber das hat mich nicht wirklich getroffen, denn ich wusste meine Mutter würde das nicht länger als zwei Tage mit mir drinnen in der Wohnung aushalten. Dazu war ich einfach ein zu lebendiges Kind mit zu vielen Hummeln im Hintern. Mit der Aussicht dass ich nach zwei Tagen wieder draußen rumturnen konnte in der Nachbarschaft mit meinem besten Freund überstand ich diese Zeit auch ganz gut.

In der Schule hatte ich zu dieser Zeit kaum Anschluss, da ich nicht auf die gleiche Schule ging wie Julius im Nachbarort sondern ich ging auf eine Schule, die in der Nähe des Arbeitsplatzes meiner Mutter lag. Sie brauchte das einfach um zu wissen, dass sie schnell da sein konnte, wenn etwas mit mir gewesen wäre. Meine Klassenkameraden wohnten demnach auch nicht in meiner Nachbarschaft sondern in dem Ort, in dem die Schule lag, das machte es sehr schwer für mich Anschluss zu finden und zu halten, denn nach der Schule fuhr ich mit dem Bus nach Hause 14 km in meinen Heimatort und spielte mit meinen Nachbarskindern. Ich fühlte mich nicht sehr wohl in der Klasse, einige meiner Klassenkameraden machten sich regelmäßig darüber lustig, das ich nicht mehr mit meinem Vater zusammen lebte. Sie hänselten mich und sagten mir dass ich keine Familie habe, das verletzte mich, denn ich wusste was mein Erzeuger für ein Mensch war und dass es besser ohne ihn war. Ich konnte ihnen schlecht entgegen schreien, was er für ein Mensch war, dafür schämte ich mich viel zu sehr. Ich fühlte mich wieder sehr fehl am Platz und ausgeschlossen, nur im Sport war ich die erste von den Mädchen die gewählt wurde, weil ich ziemlich gut Fußball spielte und das besser als einige Jungen in meiner Klasse. Wenn ich mit ihnen Fußball spielte gehörte ich dazu und fühlte auch dass ich etwas konnte, dass die anderen Mädchen in meiner Klasse mieden.

Es war kurz vor Weihnachten als ich sehr krank wurde. Ich bekam sehr hohes Fieber, hatte Entzündungen im Hals und auch im Magen. Es dauerte sehr lange bis die Kinderärzte herausfanden was ich hatte. Zwischenzeitlich musste ich ins Kinderkrankenhaus, da meine inneren Organe stark angegriffen waren und meine Blutwerte so schlecht waren. Ich kann mich kaum an diese Zeit erinnern das meiste weiß ich nur aus den Erzählungen von meiner Mutter aus dieser Zeit. Und ich weiß dass es mir sehr elend war und ich wirklich Angst hatte, dass ich sterben könnte. Nach vier Wochen hatten dir Ärzte endlich herausgefunden was mich so krank machte. Ich hatte Pfeiffisches Drüsenfieber, was normalerweise nicht so gefährlich ist, aber es werden kann wenn es auf die inneren Organe schlägt so wie bei mir. Ich war über drei Monate nur krank und ging in dieser Zeit auch nicht in die Schule. Meine Klasse schickte mir Gute Besserungswünsche nach Hause und das war das erste und das letzte mal, dass ich mich zugehörig zu dieser Klasse fühlte.

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